Autor: raguse

  • Prof. Dr. Volker Reuter, Rektor der Technischen Hochschule Ulm

    Prof. Dr. Volker Reuter, Rektor der Technischen Hochschule Ulm

    war am 04.08.2026 zu Gast bei RoC45.

    Regelbewusstsein bedeutet für ihn zunächst, sich bewusst zu sein, wie man sich in einer bestimmten Situation verhalten soll. Dabei werde das Verhalten nicht nur durch gesetzliche oder organisatorische Vorgaben bestimmt, sondern ebenso durch ethische Regeln, gesellschaftliche Konventionen sowie Anstand und Benimm. Regeln würden zudem vielfach von privaten Akteuren – etwa Anbietern, Plattformbetreibern oder anderen Marktteilnehmern – gesetzt und bestimmten dadurch den eigenen Handlungsspielraum.

    Problematisch werde es dort, wo Regelungen zunehmend auf maximale Absicherung ausgerichtet seien. Das führe häufig zu erheblichen Mehrkosten und Funktionsstörungen, ohne dass Restrisiken tatsächlich beseitigt werden könnten. Beispiele sehe er insbesondere im Brandschutz und im Denkmalschutz. Dort entstünden erhebliche Einschränkungen und zusätzliche Kosten, obwohl der tatsächliche Nutzen im Einzelfall nicht immer nachvollziehbar sei.

    Gleichzeitig zeigten sich aber auch Beispiele gelungener Vereinfachung. So könnten Dienstreisen im näheren Umkreis an der Technischen Hochschule inzwischen pauschal genehmigt werden. Die bisher erforderliche Einzelgenehmigung sei entfallen. Damit werde Verantwortung wieder dort angesiedelt, wo sie hingehöre – bei den handelnden Personen.

    Eine einfache Lösung sehe er nicht. Ihm schwebt vielmehr eine Plattform vor, auf der Regelungen eingestellt, hinterfragt und gemeinsam diskutiert werden können. Nur so lasse sich unterscheiden, welche Regeln ihren Zweck erfüllten und welche unnötige Belastungen verursachten. Regeln hätten nur dann Akzeptanz, wenn sie nachvollziehbar seien und tatsächlich befolgt sowie durchgesetzt würden.

    Welche Regel würde er abschaffen?
    Er würde die Regelungen des Brandschutzes und des Denkmalschutzes insgesamt auf den Prüfstand stellen, um sinnvolle von nicht mehr sachgerechten Vorgaben zu unterscheiden.

  • Petra Engstler-Karrasch, Hauptgeschäftsführerin der  IHK Ulm

    Petra Engstler-Karrasch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ulm

    war am 07.07.2026 zu Gast bei RoC45.

    Regelbewusstsein ist für sie vor allem eine Frage des Mindsets. Nicht jede Herausforderung müsse durch neue Regeln oder Normen gelöst werden. Viele Regelungen wären entbehrlich, wenn stärker verinnerlicht würde, dass die eigene Freiheit dort endet, wo sie die Freiheit anderer beeinträchtigt. Das Thema sei inzwischen in Politik und Gesellschaft angekommen. Verglichen mit 2023, als die Unternehmerschaft der Region unter dem Fokus „Wir ersticken im Formalismus: Bürokratieabbau jetzt!“ auf die Straße gegangen ist, nehme sie wahr, dass sich die Diskussion spürbar verändere und erste Verbesserungen erkennbar würden.

    Diese Veränderungen entstünden häufig im Kleinen. Als Beispiel nannte sie die Nachweis- und Berichtspflichten im eigenen Haus: Früher mussten sämtliche Berichtshefte hochgeladen werden, obwohl sie anschließend nur stichprobenartig geprüft wurden. Heute fordert die IHK Ulm nur noch die ausgewählten Stichproben an. Dadurch sei der Verwaltungsaufwand erheblich gesunken, ohne dass die Qualität der Prüfung gelitten habe. Im Gegenteil: Die angeforderten Berichtshefte könnten sogar intensiver geprüft werden.

    Weitere Potenziale sieht sie sowohl bei neuen als auch bei bestehenden Regelungen. Den Verbesserungs- und Vereinfachungsvorschlägen, die der Normenkontrollrat unter Einbezug der Praxis erarbeitet, könnte im Gesetzgebungsverfahren noch konsequenter entsprochen werden. Bestehende Vorschriften sollten regelmäßig auf Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit überprüft und mit einem Verfallsdatum versehen werden, der neue Koalitionsvertrag auf Landesebene sieht entsprechend positive Veränderungen vor. Ein weiteres Problem liege in der deutschen Neigung, europäische Vorgaben besonders umfangreich umzusetzen. Kleinere Unternehmen könnten die wachsenden Anforderungen häufig kaum noch bewältigen, größere Unternehmen wichen zunehmend ins Ausland aus.

    Veränderung entstehe ihrer Auffassung nach nicht durch einen einzelnen großen Eingriff, sondern durch viele konsequente Verbesserungen im Detail. Vereinfachungen müssten dabei auch den Verwaltungen ermöglicht werden, die häufig aus Sorge vor persönlicher Haftung öffentlich zurückhaltend agierten.

    Ihr Ansatz: Nachweis- und Berichtspflichten konsequent reduzieren, Regelungen regelmäßig überprüfen und mit automatischen Auslauf- oder Genehmigungsfiktionen verbinden.

    Welche Regel würde sie abschaffen?
    Die deutsche Ausprägung der Datenschutz-Grundverordnung.

  • Tobias Schwetlik, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Ulm e. V.

    Tobias Schwetlik, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Ulm e. V.

    war am 26.05.2026 zu Gast bei RoC45.

    Regelbewusstsein bedeutet für ihn zunächst, dass Regeln einen Rahmen setzen und Orientierung geben sollen. Regelwerke würden aber zunehmend so detailliert, dass sie Handlungsspielräume einschränkten und Prozesse lähmten. Gerade in komplexen Organisationen wie dem Roten Kreuz zeige sich, dass zentrale Vorgaben zwar vereinheitlichen sollen, in der Praxis aber nicht immer durchgehend wirkten. Zum Regelbewusstsein gehöre auch der Umgang mit Regeln: Viele hielten sich daran oder versuchten es zumindest. Andere ignorierten Regeln, ohne dass dies immer Konsequenzen habe.

    Die zunehmende Qualitäts- und Regulierungstiefe führe zudem dazu, dass Anforderungen und Ausbildungswege immer umfangreicher würden. Potenzielle Helfer im Ehrenamt würden dadurch teilweise abgehalten, bevor sie überhaupt aktiv werden.

    Zentrales Thema sei für ihn zudem die schwindende Fähigkeit zu eigenverantwortlichem Handeln. Regeln würden auch deshalb eingefordert, weil viele Menschen Verantwortung nicht mehr selbst übernehmen könnten, selbst wenn sie es wollten. In der Krisenvorsorge werde das besonders sichtbar: In Katastrophenfällen könne der Staat nicht jede individuelle Versorgung sofort sicherstellen. Dennoch werde häufig erwartet, dass er auch dann alles regele – von der Notunterkunft bis zur konkreten Vollversorgung im Einzelfall.

    Als Gegenbild nannte er Finnland. Dort gebe es eine klare Regel: 72 Stunden Eigenversorgung. Der Staat sorge für Sicherheit und grundlegende Strukturen, der Einzelne müsse für sich selbst vorsorgen. Eine vergleichbar klare und praktisch verankerte Erwartung fehle in Deutschland weitgehend.

    Sein Ansatz: Eigenverantwortung wieder stärker vermitteln – in Schule, Ausbildung und Alltag – und grundlegende Fähigkeiten zur Selbstorganisation und Vorsorge wieder selbstverständlich machen.
    Welche Regel würde er abschaffen? Die zunehmende Detailtiefe im Baurecht.

  • Christian Bried, Geschäftsführer der PEG Ulm GmbH

    Christian Bried, Geschäftsführer der PEG Ulm GmbH

    war am 27.04.2026 zu Gast bei RoC45.

    Regelbewusstsein ist für ihn eng mit dem gesellschaftlichen Wunsch nach Absicherung verbunden. Es bestehe ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit – verbunden mit der Erwartung, dass der Staat diese gewährleistet. Ungeregelte Bereiche würden als Risiko wahrgenommen. Dieses Verständnis sei in Europa historisch gewachsen und präge bis heute den Umgang mit Regeln.
    Dieses Anspruchsdenken zeige sich auch bei Unternehmen, die selbst eine umfangreiche eigene Bürokratie aufbauen und die in Krisenzeiten gern auf Lösungen vom Staat setzen und so selbst Treiber seien.
    In der Praxis führe dies zu einer stetig wachsenden Regelungsdichte. Unterschiedliche Interessen würden in Regeln überführt, Verfahren komplexer und Vorgaben teilweise widersprüchlich oder kaum noch umsetzbar. Viele Regelungen würden fortgeschrieben und verschärft, ohne dass sich die tatsächliche Risikolage verändert habe.
    Ein zentrales Beispiel seien DIN-Normen. Diese würden von Interessenverbänden erarbeitet, entfalteten aber durch die Rechtsprechung eine quasi verbindliche Wirkung als „vermutete anerkannte Regeln der Technik“. Damit entstünden Regelungen faktisch durch die Hintertür. Gleichzeitig seien diese Normen nicht frei zugänglich, sondern kostenpflichtig – bei faktischer Verbindlichkeit.
    Die hohe Regelungsdichte verstärke zudem ein Absicherungsdenken: Wer sich vollständig an Regeln halte, sei im Zweifel nicht verantwortlich, während bereits geringfügige Abweichungen unmittelbare Haftungsfolgen haben könnten. Viele Vorgaben verlören dadurch ihren Bezug zur praktischen Umsetzbarkeit.
    Sein Ansatz: Verantwortung früh vermitteln – in Erziehung und Ausbildung – und das Bewusstsein stärken, dass nicht alles vom Staat übernommen werden kann.
    Welche Regel würde er abschaffen? Die Verbindlichkeit von DIN-Normen als „vermutete anerkannte Regeln der Technik.

  • Prof. Dr. Erik Schweickert – Mitglied des Landtags Baden-Württemberg

    Prof. Dr. Erik Schweickert – Mitglied des Landtags Baden-Württemberg

    war am 3. Juni 2025 zu Gast bei RoC45. Sein Credo: „Regeln nur, wenn sie wirken – und wenn man sie einhalten kann.“ Regelbewusstsein bedeutet für ihn, dass Vorschriften bekannt und verständlich sind, sich aber auch praktisch problemlos befolgen lassen; sonst verlieren sie ihren Sinn.
    Am Beispiel einer möglichen 0,0-Promille-Grenze im Straßenverkehr zeigte er, wie gut gemeinte Regeln oft die Falschen treffen, während notorische Verursacher ausweichen. Das staatliche Mindset illustrierte er an der Grundsteuerreform: Obwohl alle relevanten Daten vorlagen, musste der Bürger sie erneut eingeben – so wanderte die Verantwortung nach unten. Sein Gegenentwurf: mehr Vertrauen in den mündigen Bürger, mehr Eigenverantwortung und mehr föderaler Wettbewerb.

    Welche Regel würde er abschaffen?
    Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg
    Landestariftreue- und Mindestlohngesetz Baden-Württemberg

  • Michael Joukov – Mitglied des Landtags Baden-Württemberg

    Michael Joukov – Mitglied des Landtags Baden-Württemberg

    war am 15.04.2025 zu Gast bei RoC45. Für ihn beginnt Regelbewusstsein mit dem Verständnis für die Notwendigkeit von Regeln.
    Oft werden Regeln allgemein abgelehnt, im eigenen Einzelfall aber gern eingefordert. Ein schlankeres, effizienteres Regelwerk erfordert für Michael Joukov ein Umdenken: mehr Eigenverantwortung, größere Risikobereitschaft und höhere Fehlertoleranz.
    Wichtig ist für ihn, die Vielfalt der Lebensbereiche im Blick zu behalten – statt einer Tendenz zur Gleichmacherei, wie er sie in Deutschland beobachtet. Als Beispiel nannte er das GEG. Zu erwarten, dass ein Gesetz 42 Mio. Einzelfälle gut löse, sei weltfremd. Genau das wurde aber gefordert, statt der schlichten Regelung, dass begründete Ausnahmen möglich seien. Ein Hebel für Veränderung: die Ausbildung des Verwaltungsnachwuchses.
    Michael Joukov setzt sich dafür ein, dass künftige Entscheider wieder Verantwortung übernehmen wollen.

    Welche Regel würde er abschaffen?
    Landesebene: verbindliche Stundentafel für Schulen
    Bundesebene: Planfeststellungsverfahren auf bestehenden Bahntrasse

  • Andreas Oettel – Geschäftsführer der BBU ’01 GmbH – Geschäftsführer der OrangeCampus GmbH-  Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft Basketball Bundesliga (AG BBL)

    Andreas Oettel – Geschäftsführer der BBU ’01 GmbH – Geschäftsführer der OrangeCampus GmbH- Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft Basketball Bundesliga (AG BBL)

    war am 18. März 2025 zu Gast bei RoC45. Für ihn beginnt Regelbewusstsein mit der Akzeptanz einer Regel, wobei entscheidend ist, wer sie erlässt. Im Sport sind es oft ehemalige Aktive, Schiedsrichter oder Trainer, die als Funktionäre sicherstellen, dass die Wirkung einer neuen Regel von vornherein abgeschätzt werden kann. Dennoch gibt es auch in Sportverbänden Fehlentwicklungen. Als Beispiel nannte Andreas Oettel die komplexen Nachhaltigkeitsregeln in der Basketball Bundesliga, die insbesondere für einen Sport mit einem ohnehin hohen gesellschaftlichen Engagement zu aufwendig seien. Weniger Regeln bedeuten mehr Eigenverantwortung – und Vertrauen. Wer sich kennt, braucht weniger Regeln. Wenn das persönliche Wissen über den anderen fehlt, sind klare Vorgaben notwendig. Deshalb kann auch nicht jeder gleichbehandelt werden.

    Welche Regel würde Andreas Oettel sofort abschaffen?
    Auf Landesebene: die Komplexität des Steuerrechts zugunsten einer Flattax. Im Basketball: die Regel, dass ein Schiedsrichter eine Foul-Entscheidung nicht an Hand des Videobeweises abschwächen oder aufheben kann.

  • Martin Bendel – Erster Bürgermeister der Stadt Ulm

    Martin Bendel – Erster Bürgermeister der Stadt Ulm

    war am 04.03.2025 zu Gast bei RoC45. Als Finanzbürgermeister navigiert er täglich durch ein dichtes Regelwerk – von kommunalen Verordnungen bis hin zu EU-Vorgaben. Doch sind wirklich alle Regeln nötig?
    EBM Bendel plädiert für ein bewusstes Regelverständnis: Regeln sollten nicht nur angewendet, sondern auch hinterfragt und im Sinne ihres Zwecks genutzt werden. Dabei sieht er in der Praxis sowohl Ermessensspielräume als auch Eigenverantwortung gegeben. Dennoch: Das Regelwerk ist oft zu kleinteilig, besonders auf EU-Ebene.
    Ein Lösungsansatz? Das Kommunale Regelbefreiungsgesetz Baden-Württemberg, das aktuell in der Gesetzgebung ist. Es erlaubt Kommunen, sich von bestimmten Landesregeln befreien zu lassen – wenn die Aufgabenerledigung ohne diese genauso gut funktioniert. Auch in der Digitalisierung sieht EBM Bendel großes Potenzial: Viele Verwaltungsleistungen, etwa die Wohnsitzanmeldung, sind bereits online verfügbar, aber oft zu wenig bekannt. Leider fehlen aber in vielen Bereichen noch Standardisierungsregeln, was den Fortschritt hier bremst.

    Welche Regel würde EBM Bendel sofort abschaffen?
    Das Hinweisgeberschutzgesetz.

  • Emilia Schneider – Gemeinderätin der Stadt Ulm

    Emilia Schneider – Gemeinderätin der Stadt Ulm

    war am 12.02.2025 zu Gast bei RoC 45. Die jüngste Gemeinderätin versteht unter Regelbewusstsein zunächst einen Überblick über geltende Regeln. Regeln sind für sie generell eher positiv und für das Zusammenleben notwendig. Mit Regeln kann das Verhalten der Bevölkerung gelenkt werden. Als Beispiel dafür führte sie die Verpackungssteuer heran, die gerade in Ulm diskutiert wird. Allein durch Eigenverantwortung sei in diesem Bereich nur langsam eine Änderung möglich. Klar gäbe es auch Bereiche in denen Regeln überdacht werden müssen. Beispielhaft nannte sie hier, dass sie mit 16 Jahren zwar in den Gemeinderat gewählt werden konnte, aber jetzt nicht in einen Aufsichtsrat gehen könne, solange sie noch nicht volljährig ist. Insgesamt sagte sie auch, dass sie viele Regel im Bereichen, wie Steuern, Verwaltungswesen oder Unternehmensführung gar nicht kenne. Sie ging jedoch davon aus, dass sie die Regeln die sie betreffen kenne würde.

    Welche Regel Frau Schneider abschaffen würde?
    Sie würde die Erbschafsteuer und die Reichenssteuer erhöhen und dafür die Umsatzsteuer senken.

  • Eva Treu – Landrätin –  Landkreis Neu-Ulm

    Eva Treu – Landrätin – Landkreis Neu-Ulm

    war am 26.11.2024 zu Gast bei Roc45. Mit klaren Worten und frischem Denken brachte sie ihre Vision für eine moderne Verwaltung auf den Punkt: Mehr Eigenverantwortung, flexiblere Strukturen und ein offener Umgang mit Fehlern. Man müsse dazu kommen, dass Mitarbeiter wieder selbst mehr entscheiden. Das müsse bei Ausbildung und Auswahl mehr berücksichtigt werden. Die Angst vor Fehlern dürfe dabei kein Hinderungsgrund sein. Allerdings sieht die Landrätin auch, dass viele Vorgaben von Bund und Land überfrachtet und zum Teil nur noch schwer umsetzbar sind. Oftmals würden Standards vorgegeben werden, die mit den vorhandenen Mitteln kaum noch zu erfüllen sind. Hier würde sie sich mehr Ermessensspielraum für den Landkreis wünschen.

    Welche Regel Frau Treu abschaffen würde:
    einige Regeln aus dem BImSchG (Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz – BImSchG), die das Bauen im ländlichen Raum unnötig erschweren.

  • Gerd Stiefel – Geschäftsführer der Fritz Stiefel Industrie-Vertretungen GmbH – Neu-Ulm – Vizepräsident der IHK Schwaben

    Gerd Stiefel – Geschäftsführer der Fritz Stiefel Industrie-Vertretungen GmbH – Neu-Ulm – Vizepräsident der IHK Schwaben

    war am 23.10.2024 zu Gast bei RoC45. Als international tätiger Unternehmer sprach er über die Entwicklung Europas von einer werte- zu einer regelbasierten Gesellschaft. Während in den 70er bis 90er Jahren noch ein breiter Grundkonsens herrschte, bestimmen heute komplexe Regelwerke das Zusammenleben. Stiefel kritisiert vor allem das dabei geschaffene, unübersichtliche Normendickicht, das er auch auf eine auf Wiederwahl fokussierte Politik zurückführt. Dieser falle oft eine langfristige Planung zum Opfer. Wie es anders gehen könnte, erläuterte er an Hand von Beispielen wie der technokratischen Regierung unter Mario Draghi in Italien vor einigen Jahren oder die aktuellen Reformen in Griechenland, die sachorientierte Politik voranbringen. Auch für Deutschland sei eine solche nötig. Dann könnte auch eine Agenda 2030 gelingen.

    Welche Regel würde Gerd Stiefel abschaffen?
    Alle Regeln die keinen Ermessenspielraum lassen.

  • Thorsten Freudenberger – Mitglied des Landtags in Bayern – Ex Landrat – Landkreis Neu-Ulm

    Thorsten Freudenberger – Mitglied des Landtags in Bayern – Ex Landrat – Landkreis Neu-Ulm

    war am 23.07.2024 zu Gast bei RoC45. Ein effizient funktionierender Staat ist für Thorsten Freudenberger die Grundlage für die Stabilität der Demokratie. Wichtig für ihn ist daher, dass schon bei der Setzung von Regeln auf deren Umsetzbarkeit geachtet wird. In der Umsetzung sollte der Bürger dann durch eine gezielte Kommunikation unterstützt werden – von einer Verwaltung, die nicht das Verhindern, sondern das Ermöglichen zum Ziel hat. Für Freudenberger ist dabei wichtig, dass dem zuständigen Personal diese Haltung bereits in der Ausbildung vermittelt wird. Und digitale Prozesse nicht einfach analoge Verfahren abbilden. Das Thema effiziente Regeln ist komplex. Es ist wissenschaftlich zu erforschen. Freudenberger würde sich dafür eigene Lehrstühle für dieses Thema wünschen.

    Welcher Regel würde er abschaffen?
    Die Abseitsregel im Fußball – und dann sehen, wer Deutscher Meister wird.