war am 17. November 2025 zu Gast bei RoC45.
Regelbewusstsein – für sie umfasst das drei Aspekte: das individuelle Bewusstsein, dass Regeln notwendig sind für ein gutes Zusammenleben; das Verständnis bei Regelsetzern wie Parlamenten, dass Aufwand und Nutzen Zielkonflikte bergen und diese transparent gemacht werden sollen; und die verlässliche Zusammenarbeit der Institutionen, damit Regeln über Fachbereiche hinweg stringent sind.
Im Zentrum steht für Detzer die Frage, wie politische Ziele effizient erreicht werden können. Als Beispiel nennt sie das Lieferkettengesetz. Es verfolge ein richtiges Ziel, werde in der Praxis aber oft von zu vielen Einzelinteressen überlagert. Heute, so Detzer, präge ein Übermaß an partikularen Anliegen das Gesetzgebungsverfahren – häufig formuliert durch Verbände. Dabei kämen Fragen der Umsetzungsfreundlichkeit zu kurz.
Ein Weg zu mehr Wirksamkeit könne darin liegen, neue Regelungen künftig einem Praxischeck zu unterziehen. In Baden-Württemberg habe sich das etwa bei der Windkraft bewährt: Dort wurde geprüft, ob die Verfahren effizient sind und entsprechend gestrafft. Das Gemeinwohl selbst werde, betont Detzer, im demokratischen Prozess durch Wahlen bestimmt.
Welche Regel würde sie abschaffen?
Die Abschaffung einer einzelnen Regel hält sie nicht für den großen Durchbruch. Wichtiger sei es, Regeln praxisnah zu gestalten und ein Regelbewusstsein zu schaffen, bei dem individuelle Rechte und Gemeinwohl in Balance sind.
